vServer einrichten mit Apache, PHP5, Mysql und FTPd

In diesem Tutorial möchte ich erklären, wie man sich einen Debian (Lenny) vServer ohne Vorkenntnisse einrichtet. Da diese Anleitung Anfängern helfen soll, werde ich etwas ins Detail gehen.

Es wird erklärt, wie man Apache2, PHP5, Mysql, phpmyadmin und proftpd installiert und einrichtet.

Zuerst benötigen wir einen SSH Klienten, sowie die Zugangsdaten, welche wir hoffentlich vom Anbieter erhalten haben. Ich würde empfehlen Putty als den SSH Client zu nutzen, denn es ist Freeware.

Einfach die Putty.exe ausführen und die IP-Adresse des Servers eingeben. Es sind keine weiteren Einstellungen nötig, da SSH auf Port 22 schon voreingestellt sind. ( Siehe Abb. Links )

Nach einem Klick auf OPEN, öffnet sich dann auch schon das Konsolenfenster.

Auf die Frage: „login as:“ Antworten wir mit root.

Als Passwort, müssen wir das vom Host gegebene verwenden. Nun haben wir uns erfolgreich als Root eingeloggt.

Der erste Befehl den wir eintippen lautet:

apt-get update

( Siehe Abb. Rechts ) Mit diesem Befehl wird sich der Server bei den voreingestellten Paketquellen, die Paketlisten laden.

Danach geben wir folgenden Befehl ein

apt-get upgrade

Nun werden uns alle zu aktualisierenden Pakete aufgelistet. Um die Aktualisierungen durchzuführen müssen wir nur mit Y bestätigen und der Server macht den Rest. ( Siehe Abb. Links)

Nun holen wir uns mit einem Befehl den Apache Webserver, PHP5, den Mysql Datenbankserver, sowie ProFTPd.

apt-get install apache2 php5 mysql-server proftpd

Der Server wird uns nun eine Menge empfohlener/benötigter Pakete anzeige, welche mitinstalliert werden müssen. Dies bestätigen wir mit einem Y. ( siehe Abb. Links).

Nachdem der Server dann das Paket MYSQL5-server heruntergeladen hat, erscheint ein Eingabefeld ( siehe Abb. Rechts ) in welchem wir das Mysql Root Passwort festlegen müssen. Aus Sicherheitsgründen sollten wir hier ein ’starkes‘ Passwort verwenden, am besten eine Kombination aus Klein- und Großgeschriebenen Buchstaben, sowie Zahlen. Dieses Passwort am besten irgendwo griffbereit aufschreiben, da wir es zu späteren Zeitpunkten wieder benötigen werden.

Der nächste Screen erscheint und diesmal werden wir gefragt, ob wir ProFTPd als inetd oder standalone laufen lassen wollen. ( Abb. Links ) Die Antwort richtet sich, je nachdem ob wir viele FTP Benutzer haben. Sollten wir FTP nur gelegentlich verwenden, so empfiehlt es sich ProFTPd als inetd laufen zu lassen, um Ressourcen zu sparen.

Nach einer Bestätigung mit der Enter-Taste richtet unser Server die weiteren Pakete ein.

Nachdem das Abgeschlossen ist, läuft der Apache Prozess schon.

Um dies zu Testen, können wir nun die IP Adresse des Servers in unserem Webbrowser aufrufen.

Nun wechseln wir wieder zu Putty und installieren das Paket phpmyadmin. Dies geschieht durch folgendem Befehl:

apt-get install phpmyadmin

Auf die Frage, ob wir die vorgeschlagenen Pakete mitinstallieren möchten, antworten wir bekanntlich mit Y.

Es erscheint ein weiterer Screen ( Abb. Rechts ), bei welchem wir gefragt werden, ob phpmyadmin mit dem installierten Webserver automatisch konfiguriert werden soll. Mit den Pfeiltasten gehen wir auf Apache2, und bestätigen mit der Leertaste um das Feld anzukreuzen, danach wechseln wir mit der TAB-Taste auf Ok und bestätigen mit ENTER.

Sollte dieser Schritt erledigt sein, so können wir phpmyadmin über unseren Internetbrowser bereits aufrufen. Z. B. über die IP Adresse oder über die Domain, bzw. Subdomain des Hosts.

1.1.1.1/phpmyadmin
vserver123.vserveranbieter.de/phpmyadmin
Ihredomain.de/phpmyadmin

Nun richten wir den FTP Zugang ein, über den wir uns später verbinden können, um Dateien auf den Server zu laden.

Dazu legen wir zuerst eine neue Benutzergruppe an, um es übersichtlich zu halten nennen wir sie „ftpuser“.

Dies geschieht durch die Eingabe von:

groupadd ftpuser

Wir müssen nun in der Konfigurationsdatei von ProFTPd einige kleine Änderungen vornehmen. Dies erledigen wir logischerweisse auch mit der Konsole. Dazu nehmen wir den Texteditor ’nano‘.

nano /etc/proftpd/proftpd.conf

Mit den Pfeiltasten steuert man den Cursor, mit STRG+O wird gespeichert und mit STRG+X wird die Textdatei geschlossen.

Erst suchen wir

# Use this to jail all users in their homes
#DefaultRoot                    ~

und löschen das Rautezeichen vor DefaultRoot weg.

Danach suchen wir

# Set the user and group that the server normally runs at.
User                            proftpd
Group                           nogroup

Hier ändern wir ’nogroup‘ um und zwar in ftpuser. Anschliessen fügen wir folgendes ein:

UseReverseDNS off
IdentLookups off
DelayEngine off

Das muss dann so aussehen, wie auf der Abbildung Rechts.

Nun müssen wir noch einen FTP-Benutzeraccount anlegen. Dies tun wir, indem wir die folgenden Befehle eintippen. ( In diesem Fall ist der Loginname test, dies kann beliebig geändert werden )

useradd test
passwd test

So, nachdem wir den zweiten Befehl eingetippt haben, müssen wir das FTP Passwort für den Benutzer ‚test‘ festlegen. Natürlich ist es hier ratsam, ein sicheres Passwort zu verwenden.

Mit dem folgenden Befehl, fügen wir den Benutzer in die ‚ftpuser‘ Gruppe ein, sodass er auch berechtigt ist, per FTP sich einzulogger

usermod -g ftpuser test

So, nun braucht der User noch sein eigenes Homeverzeichniss, dass wir mit folgenden Befehlen einrichten, und ihm zuweisen.

Wir erstellen ein Verzeichnis in /var/www/, dieses wird per Internet Erreichbar sein.

mkdir /var/www/test

Wir geben dem Benutzer ‚test‘ die Rechte im /var/www/test/ Verzeichnis zu arbeiten.

chown -R test /var/www/test/

Wie machen das /var/www/test Verzeichnis zu seinem Home-Ordner

usermod -d /var/www/test test

Anschließend einmal den ProFTPd Server neu starten, sodass unsere Konfiguration gleich übernommen wird

/etc/init.d/proftpd reload

Nun könnten wir uns mit einem FTP-Client wie Filezilla, mit den ftp daten einloggen und z. B. eine Webseite hochladen.

Es geht weiter mit der Einrichtung von Domains, VirtualHosts, sowie das Absichern der Servers mit fail2ban und co.

Doch dies folgt in einem weitern Artikel. Bei Fragen zum Artikel, können Sie mich über das Mailformular im Impressum anschreiben

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18 Responses to “vServer einrichten mit Apache, PHP5, Mysql und FTPd”

  1. VVoLv3rIn3 sagt:

    Und wann kommt der nächste Teil?

  2. Tony sagt:

    Hi VVoLv3rIn3,

    Ein genaues Datum kann ich leider nicht sagen, da unheimlich viele Themen erklärt werden müssen.

    Gruss

  3. VVoLv3rIn3 sagt:

    Ok, ich wollt nur sagen hier ist ein User der hat sehr viel need auf das nächste How To und kann es kaum abwarten 😉
    Ihr macht das Super weiter so

  4. Sinalco sagt:

    Hey hab ein problem
    hab alles hin bekommen bis auf den FTP Zugang einzurichten :(

    ich hab eine vserver von SERVER4YOU
    und Debian 4.0 minimal

    außerdem finde ich das hier nicht
    # Use this to jail all users in their homes
    #DefaultRoot ~

  5. Tony sagt:

    Hallo Sinalco,

    Überprüfe bitte erstmal, ob proFTPd läuft.

    Was klappt den beim FTP Zugang nicht, bzw. welche Fehlermeldung wird im FTP Client ausgegeben?

    Dieses

    „# Use this to jail all users in their homes
    #DefaultRoot ~“

    wird nur dazu benötigt, um FTP User in ihr jeweiliges Heimverzeichniss zu „sperren“.

    Daran liegt es also nicht, dass der FTP nicht funktioniert.

    ~ Tony

  6. Trival sagt:

    Klasse Tut … genau danach hab ich gerade gesucht und es hat erstmal einige Fragezeichen geklärt … Danke! Bin auch schon gespannt auf den 2. Teil!

  7. Tony sagt:

    Danke fürs Feedback,

    es tut mir leid, aber die Fortsetzung lässt noch etwas auf sich warten, da ich z. Z. ohne festen Zugriff aufs Internet auskommen muss.

  8. Trival sagt:

    Nur so als Anmerkung … statt dem FTP Zugang sollte man eher über einen SFTP nachdenken. FTP überträgt unverschlüsselt, also im Klartext Passwörter und Co. SFTP läuft über SSH und ist damit von Haus aus verschlüsselt, die meisten FTP Clients kommen damit auch klar. z.B. Filezilla oder WinSCP

  9. Tony sagt:

    Trival, danke für die Anmerkung.

    SFTP ist zwar auch problemlos möglich und bietet eben Verschlüsselung, aber ob man das braucht?

    Ob das Passwort nun verschlüsselt oder eben als Plaintext übertragen wird, ist in meinen Augen relativ.

    Um an das Passwort zu kommen, müsste jemand den Netzwerk Traffic sniffen, gut bei W-Lan wäre dies zwar möglich, dass jemand mitließt, aber ich halte es für sehr unwahrscheinlich.

    Letztenendes bleibt es jedem selbst überlassen, ob der FTP Traffic verschlüsselt werden soll oder nicht.

  10. Lana Snider sagt:

    Ok, ich wollt nur sagen hier ist ein User der hat sehr viel need auf das nächste How To und kann es kaum abwarten 😉 Ihr macht das Super weiter so

  11. Dewu sagt:

    Das mit dem FTP Funktioniert nicht bei mir
    habe e sgenau so wie ebschrieben gemacht bei mir kommt dann
    immer beim einloggen

    Status: Verbinde mit 46.4.144.XXXX:80…
    Status: Verbindung hergestellt, warte auf Willkommensnachricht…
    Fehler: Zeitüberschreitung der Verbindung
    Fehler: Herstellen der Verbindung zum Server fehlgeschlagen

  12. Tony sagt:

    Dewu,

    der FTP Daemon läuft standartgemäß auf Port: 21. Ich denke mal, dass da das Problem liegt.

    Nicht: IP :80
    Sondern: IP :21

    Bitte mal damit versuchen.

  13. Dewu sagt:

    Ich danke dir :)
    Ja hattest recht mit port 21 musste ich aber erst in der Firewall freischalten deswegen
    auch das problem wenn ich kein Port angegeben habe. :)

    Super arbeit weiter so.

  14. Ike sagt:

    ich bekomm da nur probleme .. und ich kann nichts .. aber rein gar nichts übers internet aufrufen
    alles ist 404 .. und oder forbidden

  15. Tony sagt:

    Ike,

    pauschal kann ich dir keine Lösung sagen, da dies aus der Ferne einfach nicht möglich ist, 404 = Seite nicht gefunden, forbidden = keine Berechtigung diese Seite zu öffnen.. also ein Webserver fehler. Laufen vielleicht.

    Hast du vielleicht eine (falsche) .htaccess? Falls ja, nenn diese einfach mal um und versuch es nochmal.

    Gruß,

    Tony

  16. Lukas sagt:

    Hab mehrere (kleinere) Probleme:

    Zuerst hat ab proFTPd garnichts geklappt (Debian – Plesk), dann mit Debian Minimal hat erst nano gefehlt (kein Problem – einfach installiert) und nun meckert PuTTY, dass chwon nicht vorhanden ist, was sich aber nicht genauso wie nano installieren lässt. Bitte um Hilfe!

    Gruß!

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